Unsere Erfahrungen bei der Grundstückssuche

Die Grundstückssuche kann viel Zeit in Anspruch und es gibt unzählige Möglichkeiten. Wir möchten unsere Erfahrungen und unseren Weg zum Baugrundstück mit euch teilen. 

Zu Beginn hatten wir uns einen Umkreis um unsere damalige Wohnung gesetzt, in dem unser Grundstück liegen sollte. Dies hing neben dem Beruf vor allem mit unserem familiären Umfeld zusammen. Also sind wir losgezogen und haben alle gängigen Internetportal für Immobilien und Kleinanzeigen durchsucht sowie Zeitungen, etc. Wir hatten Kontakt zu Maklern und haben uns gefühlt hunderte Grundstücke angeschaut. Wir haben auch den Grundstückservice von Kern Haus genutzt, da wir relativ früh den Hauskaufvertrag unterschrieben haben. Aber welche Kriterien musste unser Grundstück erfüllen?

Unsere Suchkriterien

  1. Größe
    Wie bereits in der Rubrik ‚Hausbau – ja oder nein‚ erwähnt, sind wir beide ländlich mit viel Platz aufgewachsen. Unsere Wunschgröße lag daher bei 1000 m². Weiterhin musste das Format passen, damit auch unser Bungalow darauf passt.
  2. Infrastruktur
    Da wir bis dato schon ländlich gewohnt haben, waren wir in diesem Punkt nicht verwöhnt. Es wäre zwar schön, wenn die Anbindung an Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten, usw. besser werden würde. Es ist aber für uns auch kein Problem 10 Minuten mit dem Auto zu fahren.
  3. Umgebung
    Wir haben es gern ruhig und sind gern im Grünen.
  4. Preis
    Preislich sollte das Ganze nach Möglichkeit 50.000 € nicht übersteigen.
Bauland
Grundstückssuche

Wir haben mehr als ein Jahr in die Grundstückssuche investiert. Manche waren zu klein, andere zu schmal für einen Bungalow, hatten zu viel Gefälle, … Es gab so viele, die einfach nicht gingen. Wenn man sich vorher schon auf einen Haustyp festlegt, schränkt das die Auswahl an Grundstücken ganz schön ein… Aber es soll ja alles passen.
Und dann gab es noch die Grundstücke, die eigentlich gepasst hätten, aber dann doch noch irgendwo ihre Tücken hatten. Von ein paar Grundstücken möchten wir euch berichten, weil es für uns hier auch mächtig hätte schief gehen können.

Das ländliche Grundstück

Wir hatten im Internet ein Grundstück gefunden, was von der Beschreibung her zu unseren Kriterien passte, aber es stand ein Abrisshaus darauf. Egal, dieses Grundstück war schnell abgehakt, aber das Nachbargrundstück war ebenfalls zu verkaufen, was wir eben erst bei dieser Besichtigung erfuhren. Es war mit seinen ca. 2.000 m² riesig. Außerdem war es eben und perfekt für einen Bungalow geeignet. Also riefen wir den Makler an und vereinbarten für dieses Grundstück einen Termin. Neuer Termin, weil anderer Makler. Auch bei dem Termin klang alles gut, bis wir uns mit den Nachbarn unterhalten haben. Diese haben uns und dem Makler nämlich dann erzählt, dass dort früher eine Art Deponiegelände gewesen wäre, wo die Leute alles entsorgt haben. Einer der Nachbarn konnte uns sogar noch Fotos zeigen. Beim Bau wären dann vermutlich neben Ziegelsteinen auch Kühlschränke, Mopeds, Reifen… eben jeglicher vorstellbare Müll zum Vorschein gekommen. Neben der Entsorgung wäre also ein Bodenaustausch nötig gewesen, was sehr teuer geworden wäre. Und weder Makler noch Besitzer (Erben des ursprünglichen Besitzers) wussten davon.

Also Tipp 1: Unterhaltet euch mit den Nachbarn.

Das städtische Grundstück

Das zweite Grundstück war eigentlich ein Traum. Es war zentral in der Stadt gelegen. Die Kinder wären in 5 Minuten zu Fuß im Bad und in der Schule gewesen. Der nächste Supermarkt war auch nicht weiter weg. Und trotzdem lag es von der Hauptstraße ab hinter einem Mehrfamilienhaus. Bisher war es nur als Gartengrundstück genutzt worden und auch dahinter lagen nur Kleingärten. ABER: Zwischen dem Grundstück und den Kleingärten war ein vielleicht 10 Meter breiter Streifen mit alten Straßenbahngleisen, seit Jahren unbefahren. Und doch hatten wir erfahren, dass die Stadt die Wiederaufnahme der Nutzung plant. Uns wurde zwar gesagt, dass das unwahrscheinlich sei und es Planungen gäbe, die neue Strecke zentraler durch die Stadt zu führen, also weit ab vom besagten Grundstück (hierzu gab es sogar einen Zeitungsbericht). Wir haben trotzdem bei der Stadtverwaltung angefragt und herausbekommen, dass diese zentralere Verlegung nicht möglich sei und in den nächsten 7 Jahren die Nutzung der Gleise wieder aufgenommen werden soll. Wollten wir wirklich eine Straßenbahn vor der Haustür?

Also Tipp 2: Informiert euch auch bei der Stadtverwaltung, falls solche Punkte auftauchen. Das Gleiche gilt bzgl. Bebauungsplan, Auflagen, etc.

Ein weiterer Punkt, der das Ganze dann vollends scheitern ließ, hieß wie vorhin schon „Nachbar“, hier allerdings in einem anderen Zusammenhang. Wie bereits erwähnt, lag das Grundstück hinter einem Mehrfamilienhaus. Die Zufahrt zum Grundstück lief an diesem besagten Haus entlang und wurde am Ende nochmal durch eine kleine Ecke eines Gartengrundstücks eingeengt. Für PKWs kein Problem, aber für Baufahrzeuge… Wir hätten also um bauen zu können 2 Zaunfelder des Gartens entfernen müssen, um die Fläche als Baustraße zu nutzen. Trotz der Versicherung, dass wir alles nach Abschluss der Baumaßnahmen wieder herrichten, stimmte der Nachbar nicht zu. Keine Baufahrzeuge, kein Haus, also weitersuchen…  Das Positive: Auch keine Straßenbahn.

Also nochmal Tipp 1: Unterhaltet euch mit den Nachbarn.

Und Tipp 3: Schaut euch das Grundstück zusammen mit eurer Hausbaufirma an.

Wir haben bei allen wichtigen Besichtigungen Kern Haus mit ins Boot geholt. Die konnten uns immer noch Hinweise geben und eben solche Dinge, wie dass die Baufahrzeuge hier definitiv nicht durchpassen mit Gewissheit sagen.

Das Grundstück, dass es fast geworden wäre

Nach langer Suche hatten wir dann 15 km von unserer Wohnung entfernt ein Grundstück, was uns, auch wegen Mangels an Alternativen, zugesagt hat. Es sollte noch geteilt werden und war hinter einer Fleischerei in der zweiten Reihe. Allerdings stand dieses Gebäude direkt auf der Grundstücksgrenze und an 2 weiteren Seiten wären Zufahrten zu anderen Häusern gewesen. Also kam nochmal alles anders…

Unser Grundstück

Wir haben uns relativ zeitig entschieden was wir bauen wollen und haben dann auch schon den Hausbauvertrag unterschrieben und somit den Grundstückservice von Kern Haus genutzt. Hierzu muss man ehrlichkeitshalber aber auch sagen, dass deren Datenbanken nicht die aktuellsten sind. Wir hatten es mehrfach, dass wir zu einem Grundstück gefahren sind, dass wir uns anschauen wollten, um vor Ort festzustellen, dass es bereits bebaut ist. Nichtsdestotrotz ist unser jetziges Grundstück eins aus dieser Datenbank. Eine Baulücke zwischen zwei Häuser, eines davon ein Kern Haus. Dieses Grundstück wurde uns bereits zu Beginn unserer Suche vorgeschlagen. Die erste Besichtigung lief ungefähr so ab: Naja es sind nur 850 m² wir wollten eigentlich 1000 m²… Hier stehen aber viele hohe Bäume… Das Grundstück ist dadurch schon sehr schattig… Und auf der anderen Wegseite ist der Bach… was ist mit Hochwasser. Also erstmal abgehakt, weitersuchen…

Ein anstrengendes Jahr Suche später, sitzen wir wieder bei Kern Haus wegen möglicher Grundstücke und der Verkäufer fragt uns: „Habt ihr euch das Grundstück schon angesehen?“ „Ja, aber… Ach was soll’s… wir schauen es uns nochmal an.“ Gesagt getan. Nach einem Jahr erfolgloser Suche schrumpfen die Ansprüche irgendwie. Und ein wesentlicher Unterschied zu unserem ersten Besuch war, wir haben jetzt mit den Nachbarn und dem Verkäufer gesprochen.

Hochwasser? War bisher kein Problem, auch zu den Jahrhunderthochwasser nicht. Das Wasser läuft in die andere Richtung weg. (Wir haben unser Haus trotzdem höher gesetzt)

Zu klein? Klein Problem, ihr könnt aus der Wiese dahinter noch was bekommen.

Zu schattig? Die Bäume wurden von der Gemeinde beschnitten.

Damit waren unsere Kritikpunkte geklärt und wir hatten uns entschieden. Unser Grundstück liegt jetzt in einem idyllischen, kleinen Dorf etwas ab von der Hauptstraße an einem kleinen Privatweg. Wie bereits erwähnt verläuft auf der anderen Seite des Weges der Dorfbach. Umringt sind wir von 2 Einfamilienhäusern und einer Wiese auf der gelegentlich die Pferde grasen.

Um das Ganze perfekt zu machen, mussten aber noch ein paar Punkte geklärt werden.

Was haben wir im Vorfeld des Kaufs noch alles geklärt?

Je nachdem wo man bauen will, ist bei der Grundstückssuche einiges zu beachten. Unser Grundstück liegt in einer ländlichen Gemeinde, was es, denke ich, etwas einfacher gemacht hat. Nichtsdestotrotz haben wir einige Dinge im Vorfeld abgeklärt. Hier eine kleine Liste:

  1. Ist das Grundstück mit Trinkwasser erschlossen bzw. ist eine Erschließung durch den Versorger möglich? Das ist wichtig und war Teil unseres Bauantrages. Das Gleiche gilt übrigens für Löschwasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikation. Wir haben uns hierzu bei den jeweiligen Versorgern informiert, Karten eingeholt, etc.
    In unserem Fall ist es so, das Gas im Weg direkt vor unserem Grundstück verfügbar war. Die anderen Medien mussten noch an das Grundstück herangeführt werden. Für das Abwasser mussten wir eine vollbiologische Kleinkläranlage errichten.
  2. Darf das Grundstück bebaut werden? Hierzu haben wir die Gemeinde und das Umweltamt kontaktiert.
  3. Gibt es Auflagen für den Bau? Baufenster, Haustyp, Farben, usw.
  4. Wir haben das Grundstück zusammen mit Hausbau- und Tiefbaufirma angeschaut. Auf dieser Basis wurde das Angebot für den Tiefbau erstellt.
  5. Jetzt noch eine Besonderheit. Bei uns ist das Grundwasser sehr hoch (nur ca. 1,5m unter der Oberfläche), weshalb wir uns einen Brunnen haben bauen lassen. Wir haben hier im Vorfeld die Wasserqualität prüfen lassen, um zu entscheiden, ob wir das Wasser auch im Haus nutzen wollen.
  6. Weiterhin haben wir uns beim Amtsgericht einen Grundbuchauszug geholt.
  7. Außerdem haben wir uns einen Auszug aus dem Altlastenverzeichnis schicken lassen.
  8. Und eine Frage, die auch die Genehmigung bei uns verkürzt hat, geben die Nachbarn ihr ok? Bei uns war es so, dass wir die Nachbarn auf dem Lageplan haben unterschreiben lassen und damit die Baugenehmigung nicht nochmal extra verschickt werden musste. Das hat uns Zeit und ein paar Euro gespart.
  9. Werden Grundstück und Haus von einer Firma gemeinsam verkauft? Achtung, in diesem Fall bezahlt ihr ggf. auch auf das Haus Grunderwerbssteuer.
  10. Wie hoch sind die Maklergebühren? Diese können sich doch erheblich unterscheiden. Wir haben direkt vom Verkäufer gekauft, ohne Makler.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird sich je nach Region teilweise unterscheiden. Sie spiegelt nur unsere Erfahrungen wider. 

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