Klick-Vinyl – Unser Erfahrungen mit dem Fußbodenbelag

Nachdem unser Haus stand und die Bauabnahme abgeschlossen war, ging es an den Innenausbau. Die Verlegung des Fußbodenbelages war hierbei unsere einzige größere Eigenleistung, denn die Maler- und Tapezierarbeiten haben wir einem Profi überlassen. Aber welchen Fußbodenbelag verlegt man auf einer Niedertemperaturfußbodenheizung? Wir möchten euch durch unsere Entscheidungsfindung mitnehmen und euch die Erfahrungen mit unserem gewählten Fußbodenbelag, Klick-Vinyl, schildern.

Unsere Entscheidungsfindung

Das Thema Fußbodenbelag hat uns lange beschäftigt. Neben der Eignung für eine Fußbodenheizung ging es uns auch um ein angenehmes Gefühl beim Begehen und die Robustheit, so dass man nicht jedes Missgeschick dauerhaft sieht. Natürlich spielte auch der preisliche Aspekt eine wichtige Rolle.

Am Markt gibt es ja unzählige Fußbodenbeläge, die auch laut Herstellerangaben für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur geeignet sind. Und jeder bietet seine Vor- und Nachteile.

Hier ein paar Beispiele:

Fliesen

Fliesen bieten den nahezu optimalen Wärmeübergang von der Fußbodenheizung an die Raumluft. Es existiert keine isolierende Schicht zwischen Heizung und Fliese und außerdem hat das Material selbst einen sehr geringen Wärmeleitwiderstand. Im unbeheizten Zustand fühlen sie sich aber schnell kalt an und wenn einmal was runterfällt können schnell Teile herausbrechen bzw. die Fliese reißen. Fliesen waren für uns damit und auch aufgrund des relativ hohen Preises schnell abgehakt.

Kork

Einer der ersten Bodenbeläge, mit dem wir uns näher befasst haben, war Kork. Ich kannte diesen aus dem Haus meiner Eltern (aber die haben keine Fußbodenheizung). Er ist sehr angenehm beim Gehen und bietet auch unbeheizt ein warmes Gefühl an den Füßen. Laut Internet gibt es auch Varianten, die für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet sind. Zweifel blieben doch, denn das warme Gefühl an den Füßen kommt auch vom hohen Wärmeleitwiderstand, denn durch diesen wird die Wärme nicht so schnell von den Füßen weg transportiert. Das steht aber im Widerspruch zur Nutzung auf einer Fußbodenheizung, denn auch deren Heizwirkung wird hierdurch ausgebremst.

Laminat

Laminat hat dasselbe Problem wie Kork. Da das Basismaterial aus Holz besteht, hat es eine stärkere Isolationswirkung als bspw. Fliesen. Das Problem kannte ich aus meiner letzten Single-Wohnung. Auch hier lag Laminat auf einer Fußbodenheizung. Und während die gefliesten Räume (Bad und Küche) schnell angenehm warm waren, konnte ich im Wohnzimmer machen was ich wollte. Es wurde einfach nicht warm. Ob hier ein ungeeignetes Laminat verlegt worden ist oder ob ein anderes Problem bestand, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall sprach diese negative Erfahrung eindeutig gegen Laminat.

Klick-Vinyl auf einer Trägerplatte

Um also einen besseren Wärmeleitwiderstand zu bekommen, haben wir uns dann mit Vinylböden beschäftigt, genauer mit Klick-Vinyl. Auch hier gibt es wieder viele verschiedene Varianten, u.a. gibt es Klick-Vinylböden auf einer Trägerplatte. Der Aufbau ist also sehr ähnlich zum Laminat und damit auch der Wärmeleitwiderstand.

Klick-Vinyl als Vollvinyl

Klick-Vinyl als Vollvinyl hingegen besitzt keine Trägerplatte, ist daher dünner und bietet einen erheblich geringeren Wärmeleitwiderstand. Außerdem ist es relativ unempfindlich gegen Wasser.

Unsere Entscheidung

Wir haben uns, um uns selbst ein besseres Bild machen zu können, Muster im Internet bestellt. Das können wir nur jedem raten. Es gibt genügend Seiten im Netz, wo man sich kostenlos Muster bestellen kann (z.B. casando.de). Um einen Eindruck vom Wärmeleitverhalten zu bekommen, haben wir einfach die verschiedenen Muster (Laminat, Vinyl auf Trägerplatte, Vollvinyl) zusammen auf die Heizung gelegt und in kurzen Abständen gefühlt, wie sich das Material verhält. Zwischen Laminat und dem Vinyl auf einer Trägerplatte konnten wir keinen Unterschied feststellen. Das Vollvinyl hingegen war deutlich schneller warm und auch wärmer. Bei uns ist daher und aus folgenden Gründen die Wahl auf ein Klick-Vinyl aus Vollmaterial gefallen:

  • Es ist eine schwimmende Verlegung möglich. Das war uns wichtig, um auch in einigen Jahren den Fußboden mal problemlos tauschen zu können.
  • Die Verlegung ist durch das Klicksystem und die flexiblen Dielen einfach.
  • Es hat einen sehr niedrigen Wärmeleitwiderstand.
  • Es gibt nahezu jedes denkbare Design.
Klick-Vinyl
Klick-Vinyl, grau, Eiche Wuppertal

Wir haben uns für ein Klick-Vollvinyl der Firma HORI in der Farbe ‚Eiche Wuppertal‘* entschieden. Gekauft haben wir es bei casando.de. Hier haben uns Preis und Auswahl überzeugt. Auch der Liefertermin wurde problemlos nach unseren Wünschen geplant. Der Bodenbelag hat uns mit seiner guten Eignung für Niedertemperaturfußbodenheizungen, seiner eleganten Optik und der einfachen Verlegetechnik überzeugt.

Auch Trittschalldämmung und Sockelleisten haben wir bei casando.de gekauft. Unsere gewählte Trittschalldämmung ‚HAPPICH Trittschalldämmung Papsilent 1200 Basic Slim 0,5‘* zeichnet sich durch einen extrem niedrigen Wärmedurchlasswiderstand von lediglich 0,003 m²K/W aus. Hierdurch ist sie hervorragend für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet.

Die Verlegung haben wir in Eigenleistung durchgeführt und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Hierzu möchten wir euch noch ein paar Hinweise geben. Der erste und ich glaube wichtigste Hinweis gilt der Vorbereitung des Fußbodens.

Die Vorbereitung des Fußbodens

Das Prüfen des Untergrundes

In unserem Kern Haus liegt die Trittschalldämmung und das Klickvinyl direkt auf dem Estrich, was ja so auch üblich ist. Der Estrich wird, wie in Deutschland vorgeschrieben, nach DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 3 verlegt. Hier ist festgelegt, welche Restwelligkeit bzw. Höhenunterschiede auf welchen Längen zulässig sind. Dies muss auf jeden Fall im Vorfeld geprüft werden.

Untergrundprüfung vor dem Verlegen von Bodenbelägen

Uns wurde bereits im Vorfeld gesagt, dass dies bei einer vollflächigen Verklebung des Bodenbelages nicht ausreichend ist, aber wir wollten ja schwimmend verlegen, also sollte hier kein Problem auftreten. Auch in den Verlegehinweisen des Klick-Vinyls steht, dass diese Qualität des Estrichs ausreichend ist. Also gingen wir ans Werk. Der erste Raum war der Hausanschlussraum, der als unser Testraum diente. Da wir bisher noch keinen Boden selbst verlegt hatten, konnten wir uns hier ausprobieren, ohne dass evtl. Fehler später immer in den Wohnräumen sichtbar geworden wären. Außerdem musste der Boden vor dem Einbau der Heizungsanlage verlegt werden.

Das Verlegen ging gut, nur die Rohre und Anschlüsse haben uns etwas gebremst. Nichtsdestotrotz waren die ca. 15 m² innerhalb von ca. 4h verlegt. Alles sah gut aus. Aber als wir dann den Raum abgeschritten sind, merkten wir an ein paar Stellen doch Unebenheiten unter unseren Füßen. Was wir nämlich bis dahin so nicht auf dem Schirm hatten war, dass dieses relativ dünne Material nicht nur die Wärme, sondern auch Unebenheiten besser durchleitet. Ok, es war der HAR also erstmal nicht weiter schlimm. Aber wollten wir das im Rest des Hauses auch so?

Mögliche Nacharbeiten

Eine Möglichkeit wäre gewesen, eine Ausgleichsmasse auf dem Boden aufzubringen, was aber Zeit und viel Geld gekostet hätte und wir wollten doch endlich einziehen. Ich habe lange gegrübelt, was wir jetzt machen können. Schlussendlich habe ich alle Unebenheiten in den anderen Räumen gesucht und mit einem Winkelschleifer mit Diamantschleifkopf abgeschliffen. Das waren nochmal einige Stunden Arbeit. Das Ergebnis ist auf gar keinen Fall eine ideal ebene Fläche, das wäre nur mit Ausgleichsmasse möglich gewesen. Aber die groben Unebenheiten sind nicht mehr da. Man merkt zwar noch etwas an der ein oder anderen Stelle, aber man muss suchen. Die Unebenheiten bzw. die Restwelligkeit des Bodens wird beim Verlegen der Sockelleisten nochmal sichtbar. Mit einem Fußbodenbelag mit Trägerplatte wären die Unebenheit sehr wahrscheinlich weniger zu spüren gewesen.

Deshalb hier unser Tipp für euch: Überlegt euch zeitig, was für einen Bodenbelag ihr verlegen wollt und achtet dann auf eine entsprechende Qualität des Estrichs. Bringt ggf. eine Ausgleichsmasse auf dem Boden auf.

Bezüglich einer Ausgleichsmasse könnt ihr beispielsweise in folgendem Online-Shop schauen.

Die Verlegung

Um uns auf die Verlegung vorzubereiten, haben wir uns diverse Videos im Internet angeschaut und natürlich die Verlegehinweise gelesen. Wir möchten euch hier den Youtube-Kanäle von Casando und Planeo empfehlen und ein paar Videos verlinken, die uns geholfen haben.

Die 10 häufigsten Fehler beim Vinylboden verlegen
Vinylboden verlegen (schwimmend)

Bisher hatten wir keine Erfahrung mit der Fußbodenverlegung, aber die Verlegung von Klick-Vinyl ist mit etwas handwerklichem Geschick kein Problem. Dadurch, dass die Dielen etwas flexibel sind, kann man den Boden Diele für Diele verlegen. Man muss allerdings die ca. 8 mm Abstand zu allen festen Gegenständen (Wände, durch den Boden gehende Rohre, etc.) einhalten. Dies geht am Besten mit Abstandsklötzchen, die man zum Beispiel zwischen Wand und Diele einlegen kann. Weiterhin sind die Mindestabstände zwischen den Stößen und die Mindestmaße der geschnittenen Dielen einzuhalten.

Das Zuschneiden ist denkbar einfach. Mit einem scharfen Cuttermesser und einem Winkel kann die Oberfläche einfach angeritzt werden. Anschließend lässt sich die Diele mit einer sauberen Kante brechen.

Wir sind mit dem Ergebnis unserer Arbeit zufrieden. Und ob der Bodenbelag hält was er verspricht (hinsichtlich Wärme und Robustheit), muss jetzt die erste Zeit der Nutzung und die erste Heizperiode zeigen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten. 

Die Sockelleisten

Sockelleisten
Sockelleisten, gletscherweiß

Der Fußboden ist drin, die Dehnungsfugen berücksichtigt, fehlen noch die Sockelleisten. Hier gibt es, wie bei allem, verschiedene Modelle. Wir haben gletscherweiße Sockelleisten mit MDF-Kern von HORI* gewählt, da diese gut mit dem Vinyl und der Farbe der Türen harmonieren. Die Befestigungsclipse* wurden ganz simpel an die Wände geschraubt und die Leisten darauf geklickt. Die größere Herausforderung war die Ecken so auf Gehrung zu schneiden, dass sie ordentlich aussahen. Nachdem wir mit den ersten Ergebnissen unzufrieden waren, haben wir uns dann doch entschieden Kunststoff-Ecken zu kaufen. Diese werden einfach auf die geraden Enden geklickt und sehen gut aus. Da wir ja „weiß“ gewählt haben, gibt es keine Farbunterschiede und es sieht sehr gut aus.

Tipp: Egal was für eine Art Fußboden ihr legen wollt, denkt daran, dass die Farbe nicht nur mit den Wänden, sondern auch mit den Türen und den Sockelleisten harmonieren muss!

Unser Test der Robustheit

Erfahrungen nach 6 Monaten Nutzung (Update: 30.01.2021)

Mittlerweile wohnen wir seit 6 Monaten in unserem Haus. Daher möchten wir euch von unseren ersten Erfahrungen mit unserem Klick-Vinyl berichten.

Klick-Vinyl auf einer Fußbodenheizung

In Punkto Fußbodenheizung hat das Klick-Vollvinyl unsere Erwartungen erfüllt. Der Fußboden fühlt sich bei aktiver Heizung angenehm warm an. Die Wärme wird gut durchgelassen und die Temperaturregler können die gewünschte Temperatur gut ausregeln.
Ähnlich wie bei Fliesen fühlt sich der Fußboden aber etwas kühl an, wenn die Heizung nicht läuft.

Robustheit der Oberfläche

Die Oberfläche des Vinyls ist im Wesentlichen sehr robust. Allerdings sollte man unter Stühle, Tische und andere Möbel Filz kleben, da es sonst zu Kratzern kommen kann. Wir haben in den ersten Monaten unter den Stühlen am Esstisch keinen Filz gehabt. Man sieht hier leichte Kratzer in Belag, allerdings nur wenn man gegen das Licht schaut.
Im Flur hingegen, wo wir das Haus immer mit Straßenschuhen betreten, sind keine bzw. kaum Kratzer oder Schrammen zu sehen.

Empfindlich ist das Klick-Vinyl gegen scharfe Kanten. Unsere Tochter hat mittlerweile zwei Teller auf den Fußboden fallen lassen. Die scharfen Kanten der zerbrochenen Keramik haben dazu geführt, dass sich je eine Scherbe regelrecht in das Material geschnitten und somit eine größere Schramme hinterlassen hat. Danke Struktur und Färbung des Belages sind diese aber kaum zu sehen.

Fußbodenpflege

Der Belag ist pflegeleicht und durch Wischen mit normalen Reinigungsmittel gut zu reinigen. Auch gröbere Verschmutzungen lassen sich gut entfernen. Wie erwartet war er bisher unempfindlich gegen Feuchtigkeit und verschüttete Flüssigkeiten.

Fazit

Wir sind bisher zufrieden mit der Wahl unseren Fußboden, da unsere Erwartungen durch das Klick-Vinyl erfüllt wurden. Die Empfindlichkeit gegen herabfallendes Geschirr hatten wir zwar so nicht erwartet, bezweifeln aber das andere Beläge ohne Schramme davon gekommen wären.

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