Pflaster verlegen – Doppelt hält besser

Das Verlegen der Pflastersteine in unserem Hof stellte für uns den ersten großen Schritt zur Gestaltung unseres Außenbereichs dar. Bisher hatten wir hierin keine Erfahrung und trotzdem wollten wir es gern in Eigenleistung machen. Schließlich will man ja, wenn man ein Haus baut auch ein paar neue Erfahrungen machen und Dinge lernen. Gesagt, getan…

Begonnen habe ich damit mir Tutorials im Internet anzuschauen und wir suchten uns ein Pflaster raus und kauften es. Wir machten uns Gedanken, wie das Gefälle verlaufen soll und schauten uns die Vorgaben unserer Hausbaufirma an.

Als Tutorial können wir das von Hornbach empfehlen

https://www.hornbach.de/projekte/gartenweg-pflastern/

Da unser Hof recht groß und verwinkelt ist, entschieden wir uns die Fläche in zwei Teilabschnitte zu untergliedern. Die erste Fläche, auf der wir das Pflaster verlegen wollten, war dadurch rechteckig und recht einfach zu pflastern, dachten wir… Achtung, Spoileralarm. Wir haben es zweimal gemacht, aber dazu später mehr.

Wer das Ganze doch lieber einer Fachfirma überlässt, wird vielleicht hier fündig:

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Die Verlegung – Der erste Versuch

Entschieden haben wir uns für ein anthrazitfarbenes Rechteckpflaster in der Größe 10 x 20 x 6 cm*, das wir bei OBI gekauft haben.

An einem sonnigen Donnerstag Nachmittag gingen wir also frisch ans Werk und begannen damit im bereits, während des Hausbaus verlegten Frotzschutz, einen Graben zu ziehen, in dem später die Borde sitzen sollte. Die Arbeit war recht mühseelig, war aber irgendwann getan. Somit begannen wir die Borde mit ausreichend Beton und unter Zuhilfenahme von Wasserwaage und Richtschnur zu setzen. Am nächsten Morgen war der Beton getrocknet und der Verlegesplitt wurde geliefert. Wir konnten damit mit der Verlegung des Pflasters beginnen. Wir haben uns für einen Halbverband entschieden und das war Fehler Nummer 1. Denn bereits nach der Verlegung der ersten Reihen merkten wir, dass es sehr schwierig war, wirklich gerade Linien zu legen und kein Wellenmuster. Aber ok, damit konnten wir uns anfreunden. Außerdem wurden die Linien mit fortlaufender Verlegung immer gerader. Wir waren dann irgendwann fertig, haben die Fugen mit Quarzsand verfüllt und die Fläche schlussendlich mit einer Rüttelplatte und Gummimatte abgerüttelt. Im Grunde waren wir ganz zufrieden mit unserer Arbeit, bis das Tiefbauunternehmen, das das Fundament für unsere Garage bauen sollte bei uns war…

Unsere Fehler und warum wir es nochmal neu gemacht haben

Bei diesem Gespräch mit unserem Tiefbauunternehmen wurden uns unsere nächsten Fehler aufgezeigt. Fehler Nummer 2 war, dass wir uns entschieden hatten das Pflaster ca. 3 cm unterhalb der Bordenoberkante zu verlegen. Dadurch kann anfallendes Regenwasser nicht über die Borde ablaufen. Das ist zwar in der ersten Zeit erstmal kein Problem, da das Wasser durch die Fugen versickern kann, aber diese Fugen setzen sich im Laufe der Zeit zu und es bilden sich Pfützen.

Aus Fehler 2 resultierte Fehler 3, denn wenn wir die zweite Teilfläche richtig machen würden, hätten wir eine Kante am Übergang zwischen den beiden Teilflächen.

Alles neu und dieses Mal richtig, hoffentlich…

Die Summe dieser Fehler hat uns dann schließlich zu der Entscheidung geführt, dass wir nicht nur die noch ungepflasterte Teilfläche pflastern. Wir haben entschieden auch die bereits verlegte Fläche noch einmal neu zu verlegen.

Begonnen haben wir mit der ungepflasterten Fläche. Wir haben wieder Gräben gezogen, Borde gesetzt und den Frostschutz auf die richtige Höhe gebracht. Daran anschließend ging es wieder an das Verlegen der Pflastersteine, diesmal mit neuem Verlegemuster. Im Gegensatz zum ersten Mal haben wir uns jetzt für ein Fischgrätenmuster entschieden. Und bereits nach wenigen Reihen war ersichtlich, dass eventuell auftretende Ungenauigkeiten nicht so stark im Ergebnis zu sehen sind.

Weiterhin verlegten wir das Pflaster beim zweiten Versuch so, dass Pflaster und Borde auf derselben Höhe abschlossen. Das Regenwasser kann damit über die Borde ablaufen und außerhalb unseres Grundstücks versickern.

Als es dann an das bereits verlegte Teilstück ging, hieß es zunächst das Pflaster wieder entfernen. Anschließend haben wir die fehlende Höhe durch Verlegesplitt ausgeglichen und im neuen Muster neu gepflastert. Abschließend wurden die Fugen wieder versandet und das Pflaster mit einer 200kg-Rüttelplatte abgerüttelt.

Das Ergebnis und unser Fazit

Mit dem Ergebnis unserer Arbeit sind wir dieses mal noch zufriedener als beim ersten Mal, denn das Muster ist besser und wir haben eine Fläche ohne Stolperfallen von der das Wasser ablaufen kann. Unsere Arbeit und das Ergebnis könnt ihr euch in der nachfolgenden Bildergalerie anschauen.

Hier noch abschließend ein paar Dinge auf die ihr achten solltet. Hätten wir auch besser von Beginn an gemacht…

  1. Informiert euch über die notwendigen Schritte, bspw. in Online-Tutorials.
  2. Wählt ein Verlegemuster, dass eurer Erfahrung und euren Fähigkeiten gerecht wird.
  3. Achtet auf ein Gefälle vom Haus weg, damit Wasser nicht zum Haus fließt. Hier sind eventuell Vorgaben eurer Hausbaufirma zu berücksichtigen.
  4. Überlegt euch, wo das Wasser abfließen und versickern kann.
  5. Überlegt euch wie ihr das Gefälle auf der gesamten Fläche gestalten müsst, damit keine Kanten (Stolperfallen) und Sammelstellen für Wasser entstehen.
  6. Wählt eine Rüttelplatte mit einem Gewicht entsprechend der späteren Belastung der Fläche. Außerdem benötigt ihr eine Gummimatte für die Rüttelplatte, um das Pflaster nicht zu beschädigen.

Und noch als Tipp zum Abschluss: Plant in eurem Pflaster vor der Haustür einen Fußabstreicher mit ein. Dieser reduziert den Schmutz im Eingangsbereich erheblich. Vielleicht findet ihr ja hier was: